Ing.-u.Sachverständigenbüro LUDEWIG+SCHRADER

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Blowerdoor-Test

Das Differenzdruckmessverfahren wird dazu verwendet um die Luftdichtheit eines Gebäudes zu überprüfen. Um den Energiebedarf bei Gebäuden zu minimieren, hat der Gesetzgeber beschlossen eine luftdichte Hülle über die gesamte Ebene zwischen Innen-und Aussenbereich zu schaffen, um Wärmeverluste durch Konvektion (Wärmeverluste infolge von Leckagen und Undichtigkeiten) zu minimieren. Die DIN 4108 definiert die Vorgaben und bestimmt, das die stündliche Luftwechselrate n50 (50 pascal = Windstärke 5) festgelegte Grenzwerte nicht überschreiten darf.

Mit einem Gebläse, das in einem abgedichteten Türrahmen befestigt ist, wird der vorgegebene Unterdruck von 50 pa im Gebäude erzeugt, sodass eine Lufteinströmung von aussen nach innen durch Leckagen und Undichtigkeiten erfolgt. Diese lassen sich mit Messinstrumenten für Luftströmungen (Anemometer) oder auch mittels Thermographie aufspüren und eine punktgenaue nachträgliche Abdichtung der luftdichten Hülle ermöglichen. Messinstrumente am Gebläse bestimmen die hinaus strömende Luftvolumenmenge. Der genaue Ablauf der vorzunehmenden Messungen ist in der DIN EN 13829 festgelegt. Die gesamten Ergebnisse aus Über-und Unterdruck innerhalb des Gebäudes werden protokolliert und daraus die mittlere Luftwechselrate (n50-Wert) ermittelt. Werden die Grenzwerte bei Wohngebäuden von 3,0/h und bei Gebäuden mit Lüftungsanlagen 1,5/h nicht überschritten, wird ein Zertifikat ausgestellt.

Das wichtigste Ziel ist aber die Bauschadensverhütung. Dämmschichten z. B. sind zur Innenseite warm und zur Aussenseite kalt. Strömt mit Feuchtigkeit gesättigte warme Luft durch ein Leck, kommt es auf der kälteren Seite zu Tauwasserausfall. Neben Schädigung der Dämmung erhöht sich die Gefahr der Schimmelpilzbildung um ein vielfaches. Ist irgendwann ein Schaden offensichtlich, wird die Sanierung unangenehm.

Nicht im Sinne des Auftraggebers ist hinkommen, 2 Messreihen absolvieren und feststellen, dass der Grenzwert nicht eingehalten wird ( Zertifikat kann leider nicht ausgestellt werden) und dafür wie in der Werbung versprochen 185,00 € kassieren. Zur Messung gehört

- die Vorbereitung ( Abdichtung von Lüftungen, Kamin, Wasserabflüsse)
- die Volumenberechnung
- die Suche und Dokumentation von Lecks
- ggf. Leckageortung mittels Thermographie nebst Protokollierung
- ggf. Einsatz eines Nebelgenerators
- eventl. auftretende Erschwernisse als Zulage